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| Nazar
degmesin. Offener Treff für ältere Frauen aus der Türkei |
| Kontakt |
Anschrift:
Magdalenenstraße 17
64289 Darmstadt
Deutschland |
Kontaktpersonen und ihre
Fremdsprachenkenntnisse:
Nicole Matheis, Projektleitung, englisch
Filiz Koc, Projektleitung, türkisch |
Telefon:
0049-6151-977788
Telefax: 0049-6151-715174
E-Mail:
Internet: |
| Angaben zur Initiative |
| Status der Initiative: |
Unsere Initiative ist eine Initiative zur Verbesserung
der Chancengleichheit älterer Frauen durch eine Organisation mit geschlechts- und/oder
altersübergreifenden oder sonstigen Zielgruppen. |
Das Projekt wird maßgeblich von der
folgenden Organisation getragen:
Magnolya e.V. |
Anschrift:
Magdalenenstraße 17
64289 Darmstadt
Deutschland |
Telefon:
0049-6151-977788
Telefax: 0049-6151-715174
E-Mail:
Internet: |
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| Inhalte und Rahmenbedingungen der Projektarbeit |
| Gründungsjahr: 1998 |
| Anlaß zur Gründung: |
Die Einwanderer, die durch die Anwerbeverträge in den
60er Jahren nach Deutschland kamen, sind nun im Rentenalter. Die Absicht, im Alter in die
"Heimat" zurück zu kehren, hat sich sowohl aus ökonomischen wie auch aus
sozialen Gründen als Illusion erwiesen. Die Kinder sind in Deutschland geboren, die
Enkelkinder gehen hier zur Schule. Die Fremde ist zur Heimat geworden, die Heimat zur
Fremde.
Die Idee für unsere Initiative entstand bei einem Spaziergang. Meine Freundin erzählte
von ihrer Mutter, einer 70-jährigen Frau aus der Türkei, die gerade aus dem Arbeitsleben
ausgeschieden war und seitdem nur noch zu Hause saß. Wir überlegten, welche Angebote der
offenen Altenarbeit sie nutzen könnte und kamen zu dem Schluß, daß ein solches Angebot
fehlt.
Die Angebote der Altenhilfe sind für Migrantinnen nicht zugänglich. Sprachbarrieren,
Vorurteile und unterschiedliche Bedürfnisse gehören zu den Gründen. Dies trifft ganz
besonders die Frauen. Männer können in türkischen Cafés andere Männer treffen. Frauen
steht diese Möglichkeit nicht offen.
Also machten wir uns daran, ein Angebot zu schaffen, das ältere Frauen aus der Türkei
anspricht. Die Idee entstand im Frühjahr 1997. Bis wir mit der konkreten Arbeit anfangen
konnten, war es September 1998. |
| Zielgruppe(n): |
Unsere Zielgruppe sind ältere Migrantinnen aus der
Türkei und von unterschiedlicher Religionszugehörigkeit. Wir wollen auch Angebote für
Frauen anderer Nationalitäten schaffen. Bislang haben wir dafür aber kein Budget. |
| Ziele: |
- Raum schaffen für soziale Kontakte außerhalb der
Familie,
- Vereinsamung entgegenwirken,
- Selbstbewußtsein stärken,
- vertraut machen mit der rechtlichen Situation im Alter,
- Perspektiven für das Leben im Alter entwickeln. |
| Beschreibung der Arbeit der
Initiative: Der offene Treff für ältere
Migrantinnen ist zur Zeit einmal in der Woche, donnerstags, von 10 bis 14 Uhr geöffnet.
In dieser Zeit wird zusammen gefrühstückt, Musik gehört, geredet...
Unsere wichtigsten Inhalte sind:
Bildung - Das Herzstück derTreffen ist unser Bildungsangebot. Ein muttersprachlicher
Alphabetisierungskurs wurde von den Frauen gewünscht, die vielfach als Kinder Lesen und
Schreiben nicht lernen konnten. Das holen sie jetzt mit viel Motivation nach. Ein
Deutschkurs wird von Frauen in Anspruch genommen, die Lesen und Schreiben können und ihr
Deutsch verbessern wollen.
Freizeitgestaltung - Sie fördert die Selbsthilfepotentiale und bringt mehr Freude am
Leben. Auf Wunsch der Frauen findet zusätzlich zu den wöchentlichen Treffen mehrmals
jährlich ein Fest am Wochenende statt. Zweimal im Jahr organisieren wir einen Ausflug. Zu
den Festen und Ausflügen kommen auch Frauen, die an den wöchentlichen Öffnungstagen
nicht kommen können.
Information - Teil des Konzeptes ist es, Frauen, die in öffentlichen Einrichtungen wie
Stadtverwaltung, Arbeitsamt oder ähnlichem arbeiten, zu unserem Treff einzuladen. Auf
diesem Weg werden Institutionen, die hohe Schwellenängste auslösen, transparenter
gemacht. Zudem organisieren wir Vorträge zu Themen wie zum Beispiel Rente,
Arbeitslosigkeit, neues Staatsbürgerschaftsrecht und Gesundheit, die entweder in
türkisch gehalten oder übersetzt werden.
Beratung - Die vertrauensvolle Atmosphäre läßt es zu, auch persönliche Probleme zu
artikulieren und Hilfen in Anspruch zu nehmen.
Begleitung - Sie ist oft eine Folge der Beratung. Um Hilfen in Anspruch und Rechte wahr zu
nehmen, gilt es, institutionelle Barrieren zu überwinden, was oft nur mit Hilfe einer
Begleitung möglich ist, die beide Sprachen spricht. |
| Die Initiative ist auf
den folgenden Gebieten tätig: |
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Betreuung/Pflege |
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Soziale Kontakte |
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Bildung |
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Migration |
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Beratung |
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| Erfolge, die die Initiative
verzeichnen konnte: Unser größter Erfolg
ist die positive Resonanz unserer Zielgruppe. Zu jedem Treff kommen mindestens 20 Frauen
zu uns, an Wochenenden und zu Festen mehr. Die meisten Frauen kommen regelmäßig und es
werden immer mehr. |
| Probleme, mit denen die
Arbeit der Initiative konfrontiert war oder wird: Wie die meisten kleinen Projekte haben wir finanzielle Probleme. Wir hangeln
uns mit der Finanzierung von Monat zu Monat und wissen nie, wie lange wir noch
weitermachen können. Trotz sehr positiver Resonanz von Seiten der Finanzträger
bezüglich der Inhalte und des Erfolgs unseres Projektes, kämpfen wir um jede Mark. |
| Die Zielgruppe wird
folgendermaßen an der Konzeption, Planung und Durchführung der Arbeit beteiligt: Die Angebote richten sich nach den Bedürfnisse der Frauen. So entstanden
schon gleich zu Beginn der Alphabetisierungs- und der Deutschkurs. Die Frauen wollen aktiv
sein. Nur zum Treff zu kommen, um Tee zu trinken, reicht ihnen nicht aus. Bildung und
Information haben einen hohen Stellenwert. Bei der Wahl der Inhalte und bei der
Durchführung sind die Frauen beteiligt.
Bei den wöchentlichen Frühstücken und bei den anderen Veranstaltungen bringen die
Frauen Speisen von zu Hause mit. Wir sorgen nur für den Tee. |
| Kooperationen: Schon vor der Gründung der Gruppe gab es eine Zusammenarbeit mit der
Frauengruppe "Elele. Hand in Hand" aus Darmstadt, die am Aufbau unseres
Projektes beteiligt war und auch heute bei vielen unserer Aktivitäten mit vertreten ist.
Das Büro der Frauenbeauftragten der Stadt Darmstadt unterstützte uns von Anfang an
ideell und hilft seit 1999 bei der Beschaffung der Gelder. Gemeinsam mit dem Frauenbüro
und dem Interkulturellen Büro werden Informationsveranstaltungen geplant und
durchgeführt.
Das "NOW-Projekt. Praxisfeld Interkulturelle Altenpflege" ist Ansprechpartner
bei konzeptionellen Fragen und bietet Supervision für unsere Arbeit an.
Der Ausländerbeirat finanziert den muttersprachlichen Alphabetisierungskurs. |
| Auskünfte: Wir stehen Interessierten für Auskünfte über unsere Initiative telefonisch
oder schriftlich zur Verfügung. |
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| Organisatorischer Hintergrund der Initiative |
| Personeller Rahmen, in dem
die Arbeit der Initiative verrichtet wird: Durch
2 bezahlte Arbeitskräfte der Initiative.
Die von allen für die Initiative geleistete Arbeitszeit beträgt ca. 16 Stunden pro
Woche. |
| Budget: Wir verfügen jährlich über DM 24.000,- (ca. 12.000 Euro). Benötigen
würden wir für unsere Arbeit DM 33.000 (ca. 16.500 Euro) pro Jahr. |
| Die Arbeit wird aus
folgenden Quellen finanziert: |
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Kommunale Mittel |
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Stiftungsgelder |
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Spenden und Sponsorenmittel |
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| Es gibt folgende
Veröffentlichung(en) oder Informationsmaterialien über unsere Initiative: Faltblatt, Kurzbericht |
| literaturempfehlungen: |
| Tips und Anregungen für
Interessierte, die eine ähnliche Initiative gründen wollen: Die Kombination muttersprachliche und deutsche Leiterin hat sich bewährt.
Die muttersprachliche Leiterin konnte bestehende Kontakte aktivieren und ist
Ansprechpartnerin für die Frauen. Die deutsche Leiterin konnte durch die gemeinsame
Gruppenarbeit Kontakte zu den Frauen aus der Türkei aufnehmen und ihr Vertrauen gewinnen.
Sie kann Verbindungen schaffen zu den deutschen Institutionen.
Es hat sich bewährt, sich bei der Arbeit mit Migrantinnen nicht zu sehr auf ein Alter
festzulegen. Junge Frauen bringen alte Frauen mit und sind wichtige Mittlerinnen, um an
die "eigentliche" Zielgruppe heran zu kommen. Eine rigide Trennung von Jungen
und Alten ist hier nicht angemessen und entspricht nicht den Lebensformen von Migrantinnen
aus der Türkei.
Tee zu trinken, zusammen zu sitzen und zu reden ist sehr wichtig und reicht doch oft nicht
aus. Es muß für die Frauen einen Grund geben, um zum Treff zu kommen. Bei uns sind das
die Kurse. Sie liefern die Legitimation dafür, Zeit für sich in Anspruch zu nehmen. Die
Frauen sitzen nicht einfach nur herum und reden, sie tun etwas.
Bei Verhandlungen mit potentiellen Geldgebern muß viel Geduld und Ausdauer mitgebracht
werden, und es müssen lange Vorlaufzeiten eingeplant werden. |
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