| Abstract: Im Prozess des Alterns wird die fällige Neukonzeption eines Alltags zur
individuellen Verhaltensaufgabe und erweist sich für wenig zeitkompetente Menschen als
nahezu tragisches Geschenk. Vormals gelebte Selbstverständlichkeiten müssen durch neue
Routinen ersetzt werden. Von der individuell gelungenen Installierung eines zeitlichen
Handlungsrahmens hängt das Empfinden von Normalität, Lebenssinn und Lebenszufriedenheit
ab. Die in der Studie untersuchten 70-80jährigen Frauen bewegen sich dabei zwischen
Zeitmoralismus und Zeitvernichtung. Die jeweiligen Zeitstile spiegeln die biographisch
erworbene Zeitsouveränität wider. |